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EIN MAGAZIN. VIELE PERSPEKTIVEN.05. November 2026
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Gesundheit

Wie läuft eine Untersuchung beim Neurologen ab?

7 Min. Lesezeit

Wer zum ersten Mal eine neurologische Praxis besucht, fragt sich oft: Wie läuft eine Untersuchung beim Neurologen ab? Die gute Nachricht: Eine neurologische Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei, gut strukturiert und dient dazu, Beschwerden des Nervensystems besser einzuordnen. Dazu gehören Gehirn, Rückenmark, Nerven und Muskeln. In der Schweiz erfolgt die Abklärung meist nach Zuweisung durch die Hausärztin oder den Hausarzt, manchmal auch direkt, je nach Versicherung und Situation.

Was untersucht eine Neurologin oder ein Neurologe?

Die Neurologie befasst sich mit Störungen des Nervensystems. Beschwerden können sehr unterschiedlich sein. Manche Menschen kommen wegen Kopfschmerzen, Schwindel oder Kribbeln. Andere haben Lähmungsgefühle, Gangunsicherheit, Zittern, Gedächtnisprobleme oder Anfälle. Auch Rückenschmerzen mit Ausstrahlung, Taubheitsgefühle oder Muskelschwäche können neurologisch abgeklärt werden.

Ziel der Untersuchung ist nicht nur, eine mögliche Diagnose zu finden. Ebenso wichtig ist es, gefährliche Ursachen auszuschliessen, den Verlauf einzuschätzen und zu entscheiden, ob weitere Abklärungen nötig sind. Die Fachperson achtet dabei auf viele kleine Hinweise: Sprache, Bewegungen, Reflexe, Sensibilität, Gleichgewicht und Konzentration.

Eine neurologische Untersuchung kann sehr kurz sein, wenn es um eine klar umgrenzte Frage geht. Sie kann aber auch ausführlicher ausfallen, etwa bei komplexen Beschwerden oder mehreren Symptomen gleichzeitig.

Wie läuft eine Untersuchung beim Neurologen ab?

Der genaue Ablauf hängt von den Beschwerden ab. Trotzdem folgt der Termin meist einem ähnlichen Muster. Zuerst wird ausführlich gesprochen, danach folgt die körperlich-neurologische Untersuchung. Falls nötig, werden zusätzliche Tests geplant oder direkt durchgeführt.

Das Gespräch zu Beginn

Am Anfang steht die sogenannte Anamnese. Das ist ein medizinisches Gespräch, in dem die Neurologin oder der Neurologe Ihre Beschwerden genau einordnet. Dabei geht es nicht nur darum, was Sie spüren, sondern auch wann, wie oft und in welcher Situation die Symptome auftreten.

Typische Fragen können sein:

  • Seit wann bestehen die Beschwerden?
  • Treten sie plötzlich oder schleichend auf?
  • Sind sie dauerhaft vorhanden oder kommen sie in Schüben?
  • Gibt es Auslöser, etwa Stress, Bewegung, Schlafmangel oder bestimmte Körperhaltungen?
  • Haben Sie Schmerzen, Taubheit, Schwindel, Sehstörungen oder Muskelschwäche?
  • Nehmen Sie Medikamente ein?
  • Gibt es bekannte Erkrankungen oder neurologische Krankheiten in der Familie?

Dieses Gespräch ist sehr wichtig. Viele neurologische Diagnosen entstehen nicht durch ein einzelnes Gerät, sondern durch die Kombination aus Ihrer Schilderung und den Untersuchungsbefunden. Es ist hilfreich, Beschwerden möglichst konkret zu beschreiben. Auch scheinbar kleine Details können eine Rolle spielen.

Die körperlich-neurologische Untersuchung

Nach dem Gespräch folgt die Untersuchung. Sie findet meist im Sitzen, Stehen oder Liegen statt. In der Regel müssen Sie sich nicht vollständig entkleiden. Oft genügt es, Arme, Beine oder Rücken gut bewegen zu können.

Die Fachperson prüft verschiedene Funktionen des Nervensystems. Dazu gehören unter anderem Kraft, Gefühl, Reflexe, Koordination und Gleichgewicht. Einige Tests wirken einfach, liefern aber wichtige Informationen. Zum Beispiel kann das Gehen auf den Zehenspitzen zeigen, ob bestimmte Nerven oder Muskeln gut arbeiten.

Die Untersuchung wird an Ihre Beschwerden angepasst. Bei Kopfschmerzen stehen andere Punkte im Vordergrund als bei einem Taubheitsgefühl im Bein oder bei Zittern der Hände.

Welche Tests können dazugehören?

Eine neurologische Untersuchung besteht aus mehreren Bausteinen. Nicht immer werden alle durchgeführt. Die Auswahl richtet sich nach dem Grund des Besuchs.

Häufige Bestandteile sind:

  • Reflexprüfung: Mit einem kleinen Reflexhammer werden Reflexe an Knie, Arm oder Fuss ausgelöst.
  • Kraftprüfung: Sie drücken oder ziehen gegen die Hand der Fachperson, um Muskelkraft zu beurteilen.
  • Sensibilitätsprüfung: Berührungen, Vibration, Temperatur oder spitze Reize zeigen, ob Nerven Reize normal weiterleiten.
  • Koordination: Finger-Nase-Test oder Fersen-Knie-Test prüfen die Feinabstimmung von Bewegungen.
  • Gangprüfung: Normales Gehen, Zehengang, Fersengang oder Tandemgang geben Hinweise auf Gleichgewicht und Nervenfunktion.
  • Hirnnervenprüfung: Dabei werden unter anderem Augenbewegungen, Gesichtsmuskeln, Sprache, Schlucken und manchmal Geruch oder Gehör beurteilt.
  • Gedächtnis und Aufmerksamkeit: Bei entsprechenden Beschwerden können kurze Denk- und Konzentrationsaufgaben gestellt werden.

Viele dieser Tests dauern nur wenige Minuten. Sie sind meist nicht unangenehm. Wenn etwas schmerzt oder Ihnen schwindlig wird, sollten Sie das sofort sagen. Die Untersuchung kann dann angepasst werden.

Mögliche Zusatzuntersuchungen

Manchmal reicht die klinische Untersuchung aus, um eine Richtung festzulegen. In anderen Fällen sind zusätzliche Abklärungen sinnvoll. Diese werden je nach Verdacht geplant.

Bildgebung und Labor

Bei bestimmten Fragestellungen kann eine Magnetresonanztomografie oder Computertomografie nötig sein. Die Bildgebung zeigt Strukturen im Gehirn, Rückenmark oder an der Wirbelsäule. Ob eine solche Untersuchung sinnvoll ist, entscheidet die Fachperson anhand der Beschwerden und Befunde.

Auch Blutuntersuchungen können eine Rolle spielen. Sie helfen zum Beispiel, Entzündungen, Vitaminmangel, Stoffwechselstörungen oder andere mögliche Ursachen abzuklären. Nicht jede neurologische Beschwerde braucht jedoch sofort ein MRI oder Labor. Oft ist die körperliche Untersuchung der erste und wichtigste Schritt.

Messungen von Nerven und Muskeln

Bei Kribbeln, Taubheit, Muskelschwäche oder Verdacht auf Nervenkompression können elektrophysiologische Tests eingesetzt werden. Dazu gehören Nervenleitgeschwindigkeit oder Elektromyografie. Diese Untersuchungen messen, wie gut Nerven und Muskeln Signale weiterleiten.

Die Empfindung dabei ist unterschiedlich. Manche Menschen spüren kurze elektrische Reize oder ein leichtes Stechen. Die Fachperson erklärt normalerweise vorher, was passiert und warum der Test gemacht wird. So lässt sich besser einschätzen, was auf einen zukommt.

Bei Verdacht auf epileptische Anfälle kann ein EEG durchgeführt werden. Dabei werden Elektroden auf der Kopfhaut angebracht, um die elektrische Aktivität des Gehirns zu messen. Die Untersuchung ist schmerzfrei.

Wie kann man sich auf den Termin vorbereiten?

Eine gute Vorbereitung hilft, den Termin effizient zu nutzen. Sie müssen keine medizinischen Fachbegriffe kennen. Wichtiger ist, dass Sie Ihre Beschwerden nachvollziehbar schildern können.

Nützlich sind folgende Unterlagen und Informationen:

  • Eine aktuelle Medikamentenliste, inklusive Dosierung
  • Frühere Arztberichte, Spitalberichte oder Befunde
  • Bilder oder Berichte von MRI, CT oder Röntgen, falls vorhanden
  • Angaben zu Allergien oder Unverträglichkeiten
  • Notizen zu Beginn, Dauer und Verlauf der Beschwerden
  • Eine Liste wichtiger Fragen, die Sie nicht vergessen möchten

In der Schweiz kann es je nach Versicherungsmodell sinnvoll sein, vorab zu klären, ob eine Überweisung nötig ist. Bei Hausarztmodell oder HMO-Modell läuft der Zugang zur Spezialistin oder zum Spezialisten häufig über die Grundversorgung. Das ist organisatorisch wichtig, ändert aber nichts am medizinischen Ablauf der Untersuchung.

Tragen Sie bequeme Kleidung, in der Sie sich gut bewegen können. Wenn Schwindel, Gangunsicherheit oder Anfälle ein Thema sind, kann eine Begleitperson hilfreich sein. Sie kann zusätzliche Beobachtungen schildern, besonders wenn Sie sich an einzelne Ereignisse nicht gut erinnern.

Was passiert nach der Untersuchung?

Nach der Untersuchung bespricht die Neurologin oder der Neurologe die wichtigsten Eindrücke. Manchmal ist bereits eine klare Einschätzung möglich. In anderen Fällen werden weitere Untersuchungen geplant, oder es wird zunächst der Verlauf beobachtet.

Sie erfahren in der Regel, welche Befunde unauffällig sind und welche Punkte genauer abgeklärt werden sollten. Falls eine Behandlung nötig ist, kann diese medikamentös, physiotherapeutisch, verhaltensbezogen oder interdisziplinär sein. Bei manchen Beschwerden ist auch die Zusammenarbeit mit Hausarztpraxis, Rheumatologie, Orthopädie, Psychiatrie, Schmerzmedizin oder HNO sinnvoll.

Wichtig ist: Ein unauffälliger neurologischer Befund bedeutet nicht, dass Beschwerden eingebildet sind. Er zeigt zunächst, dass bestimmte Funktionen des Nervensystems in der Untersuchung normal wirken. Das kann beruhigend sein und hilft, weitere Schritte gezielter zu planen.

Häufig gestellte Fragen

Tut eine neurologische Untersuchung weh?

Die meisten Teile der neurologischen Untersuchung sind schmerzfrei. Reflexprüfung, Krafttests, Koordinationsübungen und Sensibilitätstests werden normalerweise gut toleriert. Einzelne Zusatzuntersuchungen, etwa Messungen der Nervenleitung oder eine Elektromyografie, können kurz unangenehm sein. Die Fachperson erklärt den Ablauf und passt die Untersuchung bei Bedarf an.

Wie lange dauert ein Termin beim Neurologen?

Die Dauer hängt von der Fragestellung und den Beschwerden ab. Ein Ersttermin dauert häufig länger als eine Kontrolle, weil das Gespräch ausführlicher ist und mehrere Funktionen geprüft werden. Wenn zusätzliche Messungen nötig sind, kann der Besuch entsprechend mehr Zeit beanspruchen. Genaue Zeiten legt die jeweilige Praxis fest.

Muss ich mich bei der Untersuchung ausziehen?

Meist müssen Sie sich nicht vollständig ausziehen. Oft reicht es, Ärmel hochzukrempeln, Schuhe auszuziehen oder bestimmte Körperbereiche zugänglich zu machen. Für Gangprüfung und Krafttests ist bequeme Kleidung hilfreich. Wenn eine genauere Untersuchung nötig ist, wird erklärt, was erforderlich ist und warum.

Kann der Neurologe sofort eine Diagnose stellen?

Manchmal ist nach Gespräch und Untersuchung bereits eine wahrscheinliche Diagnose möglich. Bei anderen Beschwerden braucht es zusätzliche Abklärungen, Verlaufskontrollen oder Befunde aus Bildgebung, Labor oder Messungen. Neurologische Symptome können verschiedene Ursachen haben. Darum ist eine sorgfältige Einordnung wichtiger als eine vorschnelle Aussage.

Was sollte ich mitbringen?

Bringen Sie nach Möglichkeit eine Medikamentenliste, vorhandene Befunde und relevante Arztberichte mit. Auch Notizen zu Beschwerden, Dauer, Auslösern und bisherigen Behandlungen sind hilfreich. Falls Angehörige wichtige Beobachtungen gemacht haben, können diese Informationen nützlich sein. So erhält die Fachperson ein möglichst vollständiges Bild Ihrer Situation.