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EIN MAGAZIN. VIELE PERSPEKTIVEN.03. November 2026
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Gesundheit

Was ist eine Herzrhythmusstörung?

5 Min. Lesezeit

Was ist eine Herzrhythmusstörung? Diese Frage stellen sich viele Menschen, wenn das Herz plötzlich stolpert, rast oder scheinbar aus dem Takt gerät. Ein unregelmässiger Herzschlag kann harmlos sein, aber auch auf eine behandlungsbedürftige Störung hinweisen. Wichtig ist, die möglichen Anzeichen zu kennen, Ruhe zu bewahren und die Beschwerden richtig einzuordnen.

Was ist eine Herzrhythmusstörung? Einfach erklärt

Bei einer Herzrhythmusstörung schlägt das Herz nicht im gewohnten Rhythmus. Es kann zu schnell, zu langsam oder unregelmässig schlagen. Der normale Herzschlag entsteht durch elektrische Signale, die im Herzen gebildet und weitergeleitet werden. Diese Signale sorgen dafür, dass sich die Herzkammern in einer geordneten Abfolge zusammenziehen.

Wenn diese elektrische Steuerung gestört ist, kann der Herzrhythmus aus dem Gleichgewicht geraten. Manche Menschen spüren das als Herzklopfen, Herzrasen, Aussetzer oder ein unangenehmes Flattern in der Brust. Andere bemerken kaum etwas, und die Störung wird erst bei einer Untersuchung entdeckt.

Nicht jede Abweichung ist gefährlich. Einzelne Extraschläge kommen auch bei gesunden Menschen vor. Entscheidend sind unter anderem die Art der Rhythmusstörung, die Dauer, Begleitsymptome und mögliche Vorerkrankungen.

Welche Formen von Herzrhythmusstörungen gibt es?

Herzrhythmusstörungen werden häufig danach unterschieden, ob das Herz zu schnell, zu langsam oder unregelmässig schlägt. Auch der Entstehungsort im Herzen spielt eine Rolle. Manche Störungen entstehen in den Vorhöfen, andere in den Herzkammern.

Ein zu schneller Herzschlag wird als Tachykardie bezeichnet. Dabei kann das Herz in Ruhe deutlich schneller schlagen als üblich. Ein zu langsamer Herzschlag heisst Bradykardie. Er ist nicht immer krankhaft, kann aber Beschwerden verursachen, wenn der Körper nicht ausreichend mit Blut versorgt wird.

Eine häufige Form ist das Vorhofflimmern. Dabei schlagen die Vorhöfe sehr unkoordiniert. Der Puls kann unregelmässig werden, manchmal auch schnell. Vorhofflimmern ist vor allem deshalb wichtig, weil es mit weiteren Gesundheitsrisiken verbunden sein kann und ärztlich beurteilt werden sollte.

Es gibt auch Extrasystolen, also zusätzliche Herzschläge ausserhalb des normalen Taktes. Viele Betroffene beschreiben sie als Stolpern oder kurzen Aussetzer. Solche Extraschläge sind oft harmlos, können aber verunsichern, besonders wenn sie neu auftreten oder häufig werden.

Typische Symptome und Warnzeichen

Die Beschwerden bei einer Herzrhythmusstörung können sehr unterschiedlich sein. Einige Menschen spüren nur ein leichtes Unbehagen, andere fühlen sich deutlich eingeschränkt. Manchmal treten die Symptome in Ruhe auf, manchmal bei Belastung, Stress oder nach dem Konsum von Kaffee oder Alkohol.

Mögliche Anzeichen sind:

  • spürbares Herzstolpern, Herzrasen oder ein Flattern in der Brust
  • Schwindel, Benommenheit oder das Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden
  • Atemnot, Druckgefühl in der Brust oder ungewohnte Leistungsschwäche
  • Müdigkeit, innere Unruhe oder Angst durch den unregelmässigen Herzschlag
  • kurze Bewusstlosigkeit oder plötzliches Wegtreten

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Herzrhythmusstörungen zusammen mit Brustschmerzen, starker Atemnot, Ohnmacht oder ausgeprägter Schwäche auftreten. Solche Beschwerden können auf eine ernste Situation hinweisen. In der Schweiz ist bei akuten Notfällen die Notrufnummer 144 zuständig.

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren

Eine Herzrhythmusstörung kann viele Ursachen haben. Manchmal liegt eine Erkrankung des Herzens zugrunde, zum Beispiel eine koronare Herzkrankheit, eine Herzklappenerkrankung oder eine Herzmuskelschwäche. Auch Bluthochdruck kann das Herz langfristig belasten und Rhythmusstörungen begünstigen.

Daneben gibt es Auslöser, die nicht direkt vom Herzen ausgehen. Dazu gehören Störungen der Schilddrüse, ein Ungleichgewicht von Mineralsalzen im Blut, Fieber, Infekte oder Nebenwirkungen bestimmter Medikamente. Auch Flüssigkeitsmangel kann den Kreislauf beeinflussen.

Der Lebensstil spielt ebenfalls eine Rolle. Stress, Schlafmangel, Alkohol, Nikotin und ein hoher Koffeinkonsum können bei empfindlichen Personen Herzstolpern oder Herzrasen auslösen. Das bedeutet nicht, dass jede Tasse Kaffee gefährlich ist. Entscheidend ist, ob ein Zusammenhang mit Beschwerden auffällt.

Auch das Alter beeinflusst das Risiko. Mit zunehmendem Alter treten manche Herzrhythmusstörungen häufiger auf. Dennoch können auch jüngere Menschen betroffen sein, etwa bei angeborenen Besonderheiten, intensiver Belastung oder bestimmten Stoffwechselproblemen.

Wie wird eine Herzrhythmusstörung abgeklärt?

Die Abklärung beginnt meist mit einem Gespräch über die Beschwerden. Wichtig sind Fragen wie: Wann treten die Symptome auf? Wie lange dauern sie? Gibt es Auslöser? Bestehen Vorerkrankungen? Werden Medikamente eingenommen? Solche Angaben helfen, die Situation besser einzuordnen.

Eine zentrale Untersuchung ist das Elektrokardiogramm, kurz EKG. Es zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf. Wenn die Beschwerden nur gelegentlich auftreten, kann ein Langzeit-EKG sinnvoll sein. Dabei wird der Herzrhythmus über längere Zeit gemessen, zum Beispiel über 24 Stunden oder länger.

Je nach Situation kommen weitere Untersuchungen infrage, etwa Blutuntersuchungen, eine Ultraschalluntersuchung des Herzens oder Belastungstests. Ziel ist es, die Art der Rhythmusstörung zu erkennen und mögliche Ursachen zu finden.

Die Behandlung hängt stark von der Diagnose ab. Manchmal genügt Beobachtung. In anderen Fällen werden Medikamente eingesetzt, Risikofaktoren behandelt oder spezielle Verfahren erwogen. Bei sehr langsamen Rhythmen kann ein Herzschrittmacher notwendig sein. Bei bestimmten schnellen Rhythmusstörungen können elektrophysiologische Verfahren helfen.

Alltag mit unregelmässigem Herzschlag

Viele Betroffene möchten wissen, was sie selbst beachten können. Eine gute Orientierung bietet das eigene Beschwerdemuster. Wer feststellt, dass Herzstolpern nach wenig Schlaf, starkem Stress oder Alkohol auftritt, kann versuchen, diese Auslöser zu reduzieren.

Hilfreich können sein:

  • regelmässige Schlafzeiten und ausreichende Erholung im Alltag
  • moderater Ausdauersport, sofern medizinisch nichts dagegenspricht
  • bewusster Umgang mit Alkohol, Nikotin, Energydrinks und viel Kaffee
  • genügend Flüssigkeit, besonders bei Hitze, Fieber oder körperlicher Belastung
  • das Notieren von Beschwerden, Uhrzeit, Dauer und möglichen Auslösern

Trotzdem ersetzt Selbstbeobachtung keine medizinische Beurteilung, wenn Beschwerden neu, stark oder wiederkehrend sind. Gerade bei Unsicherheit ist es sinnvoll, die Situation mit einer medizinischen Fachperson zu besprechen. So lässt sich besser unterscheiden, ob der unregelmässige Herzschlag harmlos wirkt oder genauer untersucht werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Herzrhythmusstörung immer gefährlich?

Nein, eine Herzrhythmusstörung ist nicht automatisch gefährlich. Einzelne Extraschläge können auch bei gesunden Menschen auftreten. Entscheidend sind Art, Häufigkeit, Begleitsymptome und mögliche Herzerkrankungen. Neu auftretende, starke oder belastende Beschwerden sollten jedoch medizinisch abgeklärt werden.

Wie fühlt sich Vorhofflimmern an?

Vorhofflimmern kann sich wie ein schneller, unregelmässiger Puls anfühlen. Manche Menschen spüren Herzrasen, Druck in der Brust, Atemnot oder Schwindel. Andere bemerken kaum Symptome. Weil Vorhofflimmern gesundheitlich relevant sein kann, ist eine ärztliche Einordnung wichtig.

Kann Stress Herzrhythmusstörungen auslösen?

Stress kann Herzklopfen, Herzrasen oder Extraschläge begünstigen, besonders zusammen mit Schlafmangel, Koffein oder innerer Anspannung. Das bedeutet nicht immer eine gefährliche Erkrankung. Wenn die Beschwerden häufig auftreten oder stark beunruhigen, sollte die Ursache abgeklärt werden.

Was macht man bei plötzlichem Herzrasen?

Bei plötzlichem Herzrasen helfen zunächst Ruhe, bewusstes Atmen und das Beobachten der Beschwerden. Treten Brustschmerzen, Ohnmacht, schwere Atemnot oder starke Schwäche auf, handelt es sich um Warnzeichen. In einer akuten Notfallsituation ist in der Schweiz der Notruf 144 zuständig.

Können Herzrhythmusstörungen wieder verschwinden?

Ja, manche Herzrhythmusstörungen treten nur vorübergehend auf, etwa bei Stress, Infekten oder vorübergehenden Stoffwechselveränderungen. Andere bleiben bestehen oder kommen wieder. Ob eine Behandlung nötig ist, hängt von der genauen Diagnose, den Beschwerden und dem persönlichen Gesundheitszustand ab.